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Dispokredit: flexibel, aber der teuerste Kredit im Alltag

Der Dispokredit ist die eingeräumte Kontoüberziehung auf dem Girokonto: sofort verfügbar, ohne Antrag, frei verwendbar. Diese Flexibilität hat ihren Preis. Wir erklären, wie der Dispo funktioniert, was er kostet und ab wann die Ablösung die rationalere Wahl ist.

Von bankscore.de Redaktion · Stand 04. August 2026

Wie der Dispokredit funktioniert

Der Dispositionskredit ist ein Kreditrahmen direkt auf dem Girokonto: Die Bank räumt dir ein, das Konto bis zu einem vereinbarten Betrag zu überziehen. Du musst nichts beantragen, wenn du ihn nutzt: Das Konto rutscht ins Minus, sobald eine Abbuchung das Guthaben übersteigt. Zinsen fallen nur auf den genutzten Betrag an, tagesgenau berechnet und meist quartalsweise abgebucht. Zurückgezahlt wird automatisch: Jeder Geldeingang, etwa das Gehalt, gleicht das Minus aus.

Deshalb ist der Dispo für kurzfristige finanzielle Engpässe nützlich: Die Autoreparatur fällt drei Tage vor dem Gehaltseingang an, der Dispo überbrückt, der Geldeingang gleicht aus, die Zinskosten bleiben bei wenigen Cent bis Euro. Für Tage bis wenige Wochen gibt es kaum etwas Unkomplizierteres.

Dispokredit einrichten: Rahmen und Voraussetzungen

Bei den meisten Banken ist der Dispo schnell eingerichtet, oft direkt im Online-Banking: regelmäßiger Gehaltseingang und ausreichende Bonität vorausgesetzt, üblich sind zwei bis drei Netto-Monatsgehälter als Rahmen. Manche Banken vergeben ihn automatisch mit dem Konto, andere auf Antrag. Kosten für die Einrichtung fallen nicht an, bezahlt wird ausschließlich die Nutzung. Jenseits des eingeräumten Rahmens beginnt die geduldete Überziehung. Dafür verlangen viele Banken nochmal 2 bis 6 Prozentpunkte mehr, schnell 15 Prozent und mehr.

Was der Dispo kostet: Zinsen in Zahlen

Die Dispozinsen liegen 2026 je nach Bank zwischen unter 5 und rund 15 Prozent, der Bundesschnitt um 11 Prozent. Direktbanken sind meist günstiger als Filialbanken. Was das konkret bedeutet:

ÜberziehungDauerKosten bei 10 % Dispozins
500 €5 Tageca. 0,70 €
1.000 €1 Monatca. 8,30 €
3.000 €12 Monateca. 300 €
5.000 €24 Monateca. 1.000 €

Für Tage kostet der Dispo fast nichts, über Monate wird er zur Zinsfalle. Dieselben 5.000 Euro kosten in einem Ratenkredit zu 6 Prozent über 24 Monate rund 310 Euro Zinsen, weniger als ein Drittel. Welche Bank aktuell die niedrigsten Sätze aufruft, zeigt der Dispozins-Vergleich; wie sich die Dispozinsen ins allgemeine Zinsbild einordnen, die Seite Kreditzinsen aktuell.

Die Dispo-Falle: warum das Minus zur Gewohnheit wird

Schwerer als der Zinssatz wiegt beim Dispokredit die fehlende Rückzahlungsstruktur: keine feste Rate, kein Laufzeitende, kein Plan. Das Gehalt hebt das Konto kurz über null, die laufenden Ausgaben ziehen es wieder ins Minus, und dieser Zustand kann sich über Jahre halten, während die Zinsen still weiterlaufen. Banken kündigen einen genutzten Dispo selten, er ist eine verlässliche Ertragsquelle. Aus dem Dispo kommst du deshalb nur mit einer bewussten Entscheidung heraus.

Dispo ablösen: so kommst du strukturiert aus dem Minus

  1. Kassensturz: Durchschnittliches Minus der letzten drei Monate bestimmen. Steht das Konto dauerhaft mit mehr als einem halben Monatsgehalt im Dispo, lohnt die Ablösung fast immer.
  2. Ratenkredit über die Dispo-Summe aufnehmen: Ein Kleinkredit oder Ratenkredit zu 5 bis 8 Prozent effektiv ersetzt die rund 11 Prozent des Dispos. Die Rate wählst du so, dass sie bequem trägt, der Kreditrechner liefert die Zahlen.
  3. Dispo-Rahmen reduzieren: Nach der Ablösung den Rahmen auf ein Monatsgehalt oder weniger senken. So bleibt der Puffer für echte Engpässe, ohne dass das alte Muster zurückkommt.

Laufen neben dem Dispo noch weitere teure Kredite, bündelt die Umschuldung alles in eine einzige günstigere Rate. Und wer nur eine kleine Summe für wenige Wochen braucht und keinen Dispo hat, findet unter Geld leihen die Alternativen im Vergleich.

Dispokredit vs. Alternativen: der Schnellvergleich

KreditformEffektivzins 2026Passt für
Dispokreditca. 7 bis 13 %Tage bis wenige Wochen
Minikreditca. 10 bis 15 %kleine Summe, 1 bis 3 Monate, ohne Dispo-Rahmen
Kleinkreditca. 4 bis 11 %500 bis 5.000 € mit fester Rate
Ratenkreditca. 4 bis 11 %größere Summen, planbare Rückzahlung

Häufige Fragen

Was genau ist ein Dispokredit? +

Der Dispokredit (Dispositionskredit) ist eine von der Bank eingeräumte Kontoüberziehung auf dem Girokonto: Du darfst dein Konto bis zu einem vereinbarten Kreditrahmen ins Minus ziehen, ohne Antrag im Einzelfall. Zinsen fallen nur auf den tatsächlich in Anspruch genommenen Betrag und nur für die Tage im Minus an.

Was kostet 1.000 Euro Dispo im Monat? +

Bei 10 Prozent Dispozins kosten 1.000 Euro dauerhafte Überziehung rund 8,30 Euro pro Monat, bei 12 Prozent etwa 10 Euro. Bei dauerhafter Nutzung werden daraus 100 bis 120 Euro im Jahr, deutlich mehr als bei einem Ratenkredit.

Wie viel Dispo ist normal? +

Banken räumen üblicherweise zwei bis drei Netto-Monatsgehälter als Dispo-Rahmen ein, gute Bonität vorausgesetzt und meist an regelmäßigen Gehaltseingang geknüpft. Der Rahmen lässt sich auf Wunsch reduzieren, was als Selbstschutz gegen schleichende Dauerüberziehung sinnvoll sein kann.

Welche Nachteile hat ein Dispokredit? +

Die hohen Zinsen von im Schnitt rund 11 Prozent, die fehlende Rückzahlungsstruktur ohne feste Rate und die Gefahr der Gewohnheit: Wer dauerhaft im Minus steht, zahlt Monat für Monat, ohne der Rückzahlung näherzukommen. Ab mehreren Monaten im Dispo ist die Umschuldung in einen Ratenkredit fast immer günstiger.

Wird der Dispo bei der Schufa eingetragen? +

Die Bank kann den eingeräumten Dispo-Rahmen melden, in den Score fließt seine Höhe aber nicht ein, und die normale Nutzung erscheint dort nicht. Erst wenn die Bank den Dispo wegen Überziehung kündigt und die Forderung offen bleibt, entsteht ein Negativmerkmal.